Ihre skandalöse Abgabenlast

Von Stefan Schneider, pdv Sachsen-Anhalt:

 

Wissen Sie eigentlich, wieviel Steuern Sie zahlen?

Wissen Sie, mit welcher Summe Sie diesen Monat den Staat finanziert haben?

 

Die Partei der Vernunft hat das für Sie ausgerechnet. Wir bedanken uns bei der Libertären Liste, einer Hochschulgruppe der Universität Konstanz, die die Vorlage geliefert hat. Wir haben die Zahlen geprüft und auf den aktuellen Stand gebracht. Da nicht jeder das gleiche Gehalt hat und nicht jeder die gleichen Steuern zahlt, haben wir den durchschnittlichen Berufsanfänger Max der Modellrechnung zugrunde gelegt. Lesen Sie nun das erschreckende Ergebnis.

Max hat gerade fertig studiert, ist noch nicht verheiratet, hat keine Kinder, ist nicht kirchensteuerpflichtig und beruflich auf sein Auto angewiesen.

Max hat mit seinem Arbeitgeber ein Bruttomonatsgehalt von 2000,-€ ausgehandelt. Doch wieviel davon wird Max nach allen Steuern und Abgaben noch für sich übrig haben?

 

 

Max hat also von seinen ausgehandelten 2000,-€ Brutto, nach Abzug aller Steuern und Abgaben die von seinem Geld bezahlt werden, nur noch 702,82€ um sie wirklich für sich zu nutzen. Da sein Arbeitgeber für ihn monatlich sogar 2603,50€ zahlt und es dem Arbeitgeber aus Gründen der Motivation sicher lieber wäre,statt dem Finanzamt Max das ganze Geld zu geben , läge sein reales Brutto sogar bei 2603,50€. Das heißt, dass er 73% seines Einkommens an den Staat abführen muss.

Der Staat kassiert also bis zu 73% unseres hart erarbeiteten Geldes. Das heisst, dass jemand wie Max das 4-fache verdienen könnte.

Da stellt sich die Frage, was der Staat eigentlich alles mit den 73% anstellt. Was tut der Staat mit diesen Summen eigentlich für uns? Was tut er für Sie?

In unserer Berechnung haben wir noch einen sehr konservativen Wert für die durch den Staat höheren Preise verwendet. Am Beispiel des Strompreises erkennen Sie, dass der Staat zum Teil viel stärker zulangt als oben angenommen. Die folgende Aufstellung zu den Strompreisen verschicken die Stadtwerke Flensburg zur Zeit an Ihre Kunden.

 

 

Das schockierende Ergebnis: Mindestens 41% des Strompreises sind allein durch den Staat verursacht. Andere Untersuchungen gehen von 44 Prozent aus. Die Preise sind also knapp doppelt so hoch wie sie ohne die staatlichen Eingriffe wären - vom mangelndem Wettbewerb durch Überregulierung ganz abgesehen. Hinzu kommt, dass auch die Netze umfassend reguliert sind, so dass auch die Netznutzungsentgelte staatlich induzierte Kosten in unbekannter Höhe enthalten. Zusätzlich fällt auch beim Strompreis noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent an.

Wer jetzt denkt, es könne nicht mehr schlimmer werden, irrt. Unser Staat hat im Rahmen der "Energiewende" weitere Erhöhungen beschlossen. Hier die Änderungen die 2012 in Kraft treten:

 

 

Die "§19-StromNEV-Umlage" ist eine von der Bundesregierung beschlossene Umlage die energieintensive Abnehmer (bei einer Abgabemenge von mehr als 10Mio. kWh/Jahr) von der Zahlung der Netznutzungsentgelte befreeit. Letztere werden auf dieser gesetzlichen Grundlage ab 1. Januar 2012 in entsprechender Höhe auf alle anderen Abnehmer bundesweit aufgeschlagen.

Auf dieser Basis müssten wir eigentlich die obige Berechnung zu höheren Preisen aufgrund staatlicher Intervention weit nach oben korrigieren, aber wir belassen es bei den sehr konservativen 15%.

Nachfolgend finden sie die Erläuterungen zu den Berechnungen. Bedenken Sie: Selbst wenn sie nicht alles bis ins letzte Detail nachvollziehen können, ist es eine eher konservative Schätzung,dass der Staat Ihnen zwei Drittel Ihres Einkommens wegnimmt. Zusätzlich sollten sie berücksichtigen, dass selbst Transferempfänger, die ihr ganzes Geld für Konsum ausgeben, diese Abgaben zahlen, weil Unternehmen alle ihre Kosten in die Produktpreise einrechnen müssen.

Die Berechnung der Steuern und Abgaben haben wir in diesem .pdf zum herunterladen noch einmal für Sie aufbereitet.

 

Erläuterung zu unserer Berechnung:

 

Sozialabgaben:
Hier vom Arbeitgeberanteil zu sprechen, ist Etikettenschwindel. Für ihn interessant sind nur die allgemeinen Kosten des Arbeitsplatzes, die bei 2603,50 € liegen. Ob der Arbeitnehmer diese vollständig erhält, spielt für den Arbeitgeber keine Rolle. Der Arbeitnehmer bezahlt die Sozialabgaben (Rentenkasse, Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und den Krankenkassen-Sonderbeitrag) folglich komplett von seinem Gehalt.

Berufsgenossenschaft:
Wir haben einen sehr zurückhaltenden Wert von 10% für die vom Arbeitgeber zu entrichtende Abgabe angesetzt, die je nach Beruf zwischen 4,3% und 50% des Brutto-Monatsgehaltes des Arbeitnehmers variieren kann.

Sonstige Gesundheitskosten:
Wir haben in unserer Schätzung 5 € veranschlagt - ein sehr konservativer Wert, da immer mehr Arzneimittel aus den Leistungen der Krankenkassen ausgegliedert werden bzw. Zuzahlungen anfallen. Bei einer privaten Versicherung hätte man die Wahl zwischen:

  1. niedrigerem Beitragssatz und hoher Selbstbeteiligung
  2. höherem Beitragssatz der beispielsweise alle Medikamente umfasst

Beim Staat steigen jedoch die Beträge und die Leistungen werden immer weniger - ohne Einwilligung der Kassenpatienten. Ebenfalls zu bedenken sind die künstlich verteuerten Preise für Arzneimittel, die durch die Aufrechterhaltung des Apothekenmonopols entstehen.

 

KfZ-Versicherung:
Da viele Studenten sich während der Studienzeit kein eigenes Auto leisten können, sind wir für unseren beispielhaften Berufsanfänger von einem Versicherungssatz von 100 - 140 % ausgegangen. In der Versicherungsprämie sind 19% Versicherungssteuer enthalten, die wir mit ca. 20 € veranschlagt haben.

Benzinsteuer:
Der gesamte Steueranteil am Liter Benzin beträgt 90,39 Cent (ein Anteil von 58,7 % !).Die Benzinsteuer setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Mineralölsteuer
  • Öko(Renten)-Steuer
  • Erdölbevorratungsabgabe
  • 19% Umsatzsteuer (ja, eine Steuer auf die Steuer)

 

Umsatzsteuer:
Laut des derzeitigen Warenkorbes des statistischen Bundesamt werden 25% der Durchschnittsausgaben für Güter getätigt, die mit 7 Prozent Umsatzsteuer belastet sind. Entsprechend werden die restlichen 75% für Güter und Dienstleistungen ausgegeben, die mit 19 Prozent besteuert werden.

Als Grundlage für unsere Berechnung haben wir eine Sparquote von 10% angenommen. Das bedeutet das 90% dessen, was nach Steuern und Abgaben von der Netto-Auszahlung übrig bleibt, der Umsatzsteuer unterliegt.

 

Weitere Steuerausgaben::
53 Milliarden € erhielten Bund, Länder und Gemeinden 2006 aus folgenden Steuern: Kapitalertragssteuer, Tabaksteuer, Branntweinsteuer, Alcopopsteuer, Schaumweinsteuer, Kaffeesteuer, Versicherungssteuer, Stromsteuer, Erbschaftssteuer (über das gesamte Leben gerechnet), Grundsteuer, Rennwett- und Lotteriesteuer, Biersteuer, Hundesteuer, Jagdsteuer, Zweitwohnsitzsteuer, Vergnügungssteuer.
Hinzu kommen noch überhöhte Kosten für Müllabfuhr, Strom, Heizung, oder Post, die durch städtische Monopole oder durch staatliche Regulierungen entstehen. Da diese Kosten überwiegend von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden, haben wir die weiteren Steuerausgaben in unserem Beispiel auf 100 € geschätzt.

Geldmengenzunahme:
Die staatliche Europäische Zentralbank hat die Geldmenge im Jahr 2006 um 9,6 Prozent ausgeweitet. Aktuellere Zahlen sind aufgrund der Verschleierung durch die Notenbanken nicht zu ermitteln. Über TARP, TARF, EFSF u.v.m. wird Geld direkt von den Notenbanken aus dem Nichts erzeugt, aber dies zum Teil außerhalb der Bilanzen der Notenbanken. Es wurden also viele Töpfe und Schattenhaushalte aufgemacht um zu verschleiern das überall Geld gedruckt wird.
Warum führen wir die Geldmengenzunahme hier auf? Seit Jahrtausenden hat Geld folgende Funktionen: Es fungiert in einer Volkswirtschaft als Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Die beliebtesten Zahlungsmittel in praktisch allen Kulturkreisen waren Gold und Silber, da sie schwer zu fälschen sowie nicht beliebig vermehrbar sind und für alle Geldfunktionen verwendet werden können. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat jedoch der Staat das Geldmonopol an sich gerissen. Die Zentralbanken legen die Mindestreservesätze und den Leitzins fest, was es den Geschäftsbanken ermöglicht Geld aus dem Nichts zu schöpfen und somit die Geldmenge aufzublähen. Das führt zur Inflation.
Das Problem an der Inflation ist, dass manche das neue Geld früher empfangen als andere. Diese ersten Empfänger, der Staat, die Banken und Konzerne, profitieren durch die Geldmengenerweiterung, da die Preise noch niedrig sind (Cantillion-Effekt). Dadurch steigen jedoch sukzessive die Preise, so dass die jenigen diese verdeckte Steuer bezahlen, die als letzte das neue Geld erhalten (z. B. Lohnempfänger oder Rentner).
Wenn die Geldmenge unveränderlich bliebe, weil nicht beliebig vermehrbares Sachgeld verwendet würde, würden die Preise infolge eines Wirtschaftswachstum sinken, da sich die konstante Geldmenge nun auf mehr Güter verteilt (dies war im 19. Jahrhundert noch an der Tagesordnung als Gold und Silber - also Marktwährungen - noch das offizielle Zahlungsmittel waren). In den letzten Jahrzehnten hätten die Preise in Deutschland aufgrund der gestiegenen Produktivität stark sinken müssen, jedoch wurde von der Bundesbank bzw. EZB die Geldmenge so massiv erhöht (zum Vorteil einiger protegierter Interessensgruppen), dass die Preise sogar sukzessiv angestiegen sind. Diese - durch staatliche Geldvermehrung erzeugten Preiserhöhungen - treffen besonders Lohnempfänger wie aus unserem Beispiel. Die Geldmengenerweiterung kann folglich als eine verdeckte Form der Besteuerung angesehen werden.

Höhere Preise durch Besteuerung von Unternehmen:
Wenn Unternehmen durch Steuern zur Kasse gebeten werden, dann scheint das den Normalbürger nicht weiter zu interessieren. Doch nur auf dem ersten Blick:
Müssen Unternehmer mehr Steuern zahlen, dann wird dies auch eine Auswirkung auf die Preise ihrer Güter haben. Man spricht von einer Steuerüberwälzung (In Form von höheren Preisen sind Konsumenten indirekt auch an der Bezahlung der Unternehmenssteuer beteiligt).
Doch nicht nur Unternehmensbesteuerung führt zu künstlich höheren Preisen für die Konsumenten: Auch staatliche Regulierungen, die im Unternehmen mehr Bürokratie und Aufwand verursachen oder die staatlich verursachten Lohnnebenkosten sind für Unternehmen Kosten, von denen letztendlich auch der Konsument betroffen ist.
In unserer Schätzung gehen wir von 15% höheren Preisen aus, die durch diese staatlichen Interventionen entstehen. Ein sehr vorsichtiger Wert angesichts der massiven Unternehmerdrangsalierung in Deutschland.

Wohlstandsverlust durch staatliche Eingriffe:
Nach Frederic Bastiat ist Ökonomie auch die Lehre "von dem, was man sieht, und von dem, was man nicht sieht". Wenn der Staat durch Steuereinnahmen eine Investition tätigt, dann sieht jeder sofort das neue Arbeitsamt. Was man jedoch nicht sieht, sind die neuen Produkte, die aufgrund der Steuereintreibung nun nicht mehr möglich sind. Dies kann man als Wohlstandsverlust bezeichnen. Bei jeder Steuer überwiegt immer der Wohlstandsverlust, was auch empirisch durch den Economic Freedom of the World Report bestätigt wurde: Je geringer die Staatsintervention in die Wirtschaft ausfällt, umso reicher und technologisch fortgeschrittener ist eine Volkswirtschaft. Vor allem die Schwächsten einer Gesellschaft profitieren, wenn Freiheits- und Eigentumsrechte geschützt werden. Und gerade diese wichtigste Staatsaufgabe kostet nur drei Prozent des Bruttosozialproduktes.
Wie hoch diese Wohlstandsverluste im Fall Deutschland sind, ist unkalkulierbar. Fest steht jedoch eines: Den Menschen in Deutschland würde es bedeutend besser gehen, wenn der Staat ihnen nicht einen Großteil ihres Einkommens stehlen würde!